Russland präsentiert neue Atomwaffen
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Russland präsentiert neue Atomwaffen

In seiner Jahresansprache hat Russland Präsident Wladimir Putin neue Atomwaffen, Unterwasserdrohnen und Atomsprengköpfe vorgestellt. Neue Atomwaffen würden sich seinen Worten zufolge in der Entwicklung befinden und Ende 2017 hätte der Test einer nuklearangetriebenen Rakete stattgefunden.

Die neuentwickelten Waffen, darunter die über 200 Tonnen schwere Langstreckenrakete „Sarmat“ (Satan-2) mit unbegrenzter Reichweite, sollen den Frieden auf der Welt garantieren und seien Putin zufolge nicht als Angriffswaffen gedacht, sondern würden der im Fall eines Atomschlags der Verteidigung dienen.

Antwort auf Ausbau der US-Raketenabwehr

Die vorgestellten und in Planung befindlichen Waffen sind laut Putin eine Antwort auf den Ausbau der Raketenabwehrsysteme der USA. Die USA traten in den 1972 mit der damaligen Sowjetunion geschlossenen Atomwaffensperrvertrag ABM im Jahr 2002 aus, was in einer verstärkten waffentechnischen Entwicklung Russlands resultierte. Der ABM-Vertrag sah vor, die Anzahl der Antiraketensysteme auf beiden Seiten auf eine bestimmte Zahl zu begrenzen. Atomwaffen sollten generell verboten werden.

Nicht zur Bedrohung entwickelt

Die Waffen dienten nicht der Bedrohung, stattdessen seien sie dafür gedacht, das Gleichgewicht der Kräfte auf der Welt aufrechtzuerhalten. Der Einsatz atomarer Waffen würde laut Putin nur erfolgen, wenn Russland oder verbündete Länder das Ziel eines Atomangriffs wären. Bei seiner Rede lief jedoch eine denkwürdige Simulation, die eine Raketen-Flugbahn in Richtung der US-Küste zeigte und die US-Raketenabwehrsysteme dabei geschickt umgingen.

Am 18. März 2018 finden Präsidentschaftswahlen in Russland statt und nach Einschätzung von Experten gilt die Wiederwahl Putins als sicher, auch wenn sich mit sieben zugelassenen Kandidaten konfrontiert sieht. Sein Land müsse offen für die Welt sein, hierbei nannte er eine Stärkung der Freiheit. Mit Sozialprogrammen soll die Zahl der in Armut lebenden Menschen von 20 auf 10 Millionen innerhalb von sechs Jahren gesenkt werden.

Investitionen in den Strassenbau, der Regionalentwicklung und Stadtentwicklung waren weitere Punkte, die Putin in seiner Jahresansprache ankündigte. Bis 2025 soll Russland zu den Top 5 der größten Wirtschaftsnationen zählen und zum Erreichen dieses Ziels sollen die Einkommen um 50 Prozent gesteigert werden. Die Bildung soll eine Optimierung erfahren. Das Verhältnis zu der EU und den USA soll normalisiert werden, selbst wenn Differenzen in bestimmten Bereichen bestehen sollten. Die Wichtigkeit der Beziehungen zu China und Indien hob er hervor, kündigte dabei eine Verstärkung der Partnerschaft der BRIC-Staaten an.

Welche neuen Waffen wurden entwickelt?

Im Rahmen seiner Jahresansprache berichtete Putin weiterhin über eine Reihe neuer Waffen, die bereits einsatzbereit seien oder sich in Entwicklung befinden würden. Hyperschallraketen hob er besonders hervor, weil diese für keine der heute verfügbaren Raketenabwehrsysteme angreifbar seien. In naher Zukunft soll die Hyperschallrakete „Kinschal“ (Dolch) und weitere Hyperschallschaffen gar unverwundbar werden. Hyperschallwaffen bergen erhebliche Vorteile im bewaffneten Kampf, wie er betonte.

Von einem neuartigen Raketentorpedo, der schweren Interkontinental-Rakete „Sarmat“ und einem atombetriebenen Marschflugkörper berichtete er ebenfalls. Keine einzige russische Waffe sei seinen Angaben nach mit heutigen Abwehrsystemen abzufangen und einige dieser Waffentechnologien würden bereits eingesetzt.

Der Aufbau eines topmodernen Verteidigungsportfolios sei notwendig gewesen und Putin nannte hier mit Schwerpunkt die Ausweitung der NATO-Grenzen als Grund für diese Entwicklung. Der Fokus auf moderne Atomwaffen ist ein sehr bedenklicher gefährlicher Trend.

Russland, USA und NATO

Das Verhältnis zwischen Russland, den USA und der NATO gilt als angespannt, vor allem seitdem im Jahr 2014 die Krim annektiert wurde. Die NATO verstärkte an der russischen Grenze ihre militärische Präsenz und gründete im Zuge der Krimkrise mit der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), auch „Die Speerspitze“ genannt, eine schnell verlegbare Eingreiftruppe in Brigadestärke. Gegründet wurde die VJTF mit der NATO Response Force (NRF) und soll 5000 Mann umfassen. Russland sieht sich durch diese erhöhte Militärpräsenz bedroht und erhöht daher die Verteidigungsbereitschaft, wozu auch Atomwaffen zählen.

In den letzten Monaten kam es immer mal wieder zu Zwischenfällen über der Nordsee, dem Ärmelkanal und weiteren europäischen Regionen. Hierbei drangen russische Flugzeuge wie Langstreckenbomber, Aufklärer und Jagdflugzeuge in einen NATO-Luftraum ein und mussten in den meisten Fällen von NATO-Flugzeugen zurück in den internationalen Luftraum eskortiert werden. Zu einem gravierenden Zwischenfall mit Waffeneinsatz kam es bislang nicht, doch in Zukunft könnten derartige Konfrontationen nicht mehr so glimpflich enden.

Fazit

Es dürfte kein Land der Erde, weder Russland, noch die USA oder ein Militärbündnis wie die NATO den Ausbruch eines Kriegs gewollt riskieren. Ein Krieg, egal ob regional begrenzt oder weltweit hätte unabsehbare negative Folgen für die Menschheit und unsere Erde.

Beitragsbild: @ depositphotos.com / mantinov

Andreas Krämer
Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.
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