UN und Wissenschaftler streben Verbot autonomer Waffen an
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UN und Wissenschaftler streben Verbot autonomer Waffen an

Auf einer Konferenz der Convention on Certain Conventional Weapons (CCW) diskutierten die Vereinten Nationen (UN) und Wissenschaftler über ein Verbot autonomer Waffensysteme. Die Künstliche Intelligenz (KI) macht rasante Fortschritte, weshalb in Zukunft selbstständig handelnde Waffen wie Drohnen erwartet werden, die Ziele ohne menschliche Hilfe selbst zerstören könnten. Vor einer solchen Entwicklung warnen Kritiker der KI und deren militärischen Einsatz seit Jahren. Im Rahmen der Konferenz wurde diskutiert, ob ein Verbot autonomer Waffen erstrebenswert ist oder nicht. Zu einer Entscheidung kamen die Teilnehmer der Diskussion nicht und daher wird mit konkreten Schritten erst im August auf dem nächsten Meeting gerechnet.

Komplexe Entscheidungsfindung

Völlig unklar ist aktuell, welche autonomen Waffensysteme verboten werden sollen. Wie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) schreibt, sollten Waffen untersagt werden, die sensible autonome Funktionen aufweisen. Das ICRC betrachtet ein Waffensystem ohne Einflussnahme durch den Menschen als generell rechtswidrig.

Diskutiert werden neue Regeln, die festlegen, dass das Völkerrecht eingehalten wird und autonome Waffen keine Entscheidung über Leben oder Tod treffen sollten. Das aktuelle Kriegsvölkerrecht könnte auf neue Waffensysteme angewendet werden und würde Befürwortern zufolge ausreichend sein.

Gegner und Befürwörter

Die Ansichten der Länder sind höchst unterschiedlich, so spricht sich Polen für eine völlige menschliche Kontrolle über Waffen aus, Frankreich schlägt eine Regulierung von Waffensystemen vor, die von Menschen kontrolliert werden und auch ohne sie ihre Aufgaben erfüllen können. Belgien schlägt eine Beschreibung letaler Waffensysteme vor, die ohne einen Menschen ihre Ziele auswählen.

Auf der anderen Seite gibt es Länder wie Russland, die sich klar für den Einsatz selbstständig agierender und selbstdenkender Waffen aussprechen. Begründet wird dies mit dem hohen Effizienzgrad, jedoch sollte der russischen Regierung zufolge stets der Mensch die Waffenkontrolle haben.

Die USA haben sich gegen eine Definition autonomer Waffensysteme ausgesprochen und wollen wie Russland einen Menschen als Entscheider über eine Waffe, die eigenständig handeln kann. Zur Zeit wollen über 20 Länder ein Verbot von KI-Waffen.

Zeit wird knapp

Die Zeit wird mit der fortschreitenden Entwicklung der KI und weiteren Computertechnologien immer knapper. Vor allem die USA, Russland, Südkorea, Israel, China und Großbritannien investieren Milliarden in die KI-Entwicklung.

Der US-Suchmaschinenkonzern Google arbeitet derzeit beim „Project Maven“ mit dem Pentagon zusammen und die Auswertung von Drohnenbildern per KI als Ziel. Gegen das Projekt haben sich rund 3000 Google-Mitarbeiter ausgesprochen und einen „Offenen Brief“ geschrieben. In dem Brief fordern sie Google auf, das Projekt und die Zusammenarbeit mit dem Militär einzustellen. Laut dem Pentagon könnten zivile Opfer mit einer besseren Bildauswertung verhindert werden, doch damit geben sich die Projekt-Gegner nicht zufrieden.

Hochrangige Wissenschaftler sprechen sich für den Einsatz der KI zur Verbesserung des Lebens der Menschen aus, anstatt die Technologie gegen sie auf militärischer Ebene einzusetzen.

Rüstungswettlauf erwartet

Das Militär wird die KI auf jeden Fall nutzen, um ihre Waffensysteme damit auszurüsten und das gilt als umstritten, weil dies einen Rüstungswettlauf auslösen könnte. Ein Beispiel ist das südkoreanische Forschungsinstitut Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST), welches an selbstdenkenden KI-Waffensystemen arbeitet und hierbei von der Rüstungsfirma Hanwha Systems unterstützt wird.

Ein Rüstungswettlauf um autonome Waffen mit KI-Systemen könnte eines Tages zu einer neuen Kriegsform führen, bei der beispielsweise Drohnen eigenständig Ziele ohne menschliche Kontrolle auswählen und zerstören. In ferner Zukunft könnten Maschinen sich selbst replizieren und mit Erreichen der Singularität besteht eine weitere Gefahr.

Bekannte Persönlichkeiten wie der Tesla-Gründer Elon Musk oder der vor kurzem verstorbene Astrophysiker Stephen Hawking warnen vor den Gefahren der KI und sind gegen einen militärischen Einsatz derartiger Waffensysteme.

Video zum Thema

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Beitragsbild: @ depositphotos.com / chesky_w

Andreas Krämer
Andreas Krämer ist seit über 12 Jahren als Texter mit seinem Schreibbüro (www.sauerlandtext.de) aktiv. Er hat sich auf die Erstellung von Fachtexten, Blogbeiträgen, Newsartikeln und App-Testberichte für kommerzielle Webseitenbetreiber sowie Printmedien spezialisiert.
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