Einen Atomkrieg überleben

Einschlag Atombombe

(Bildquelle: Wikipedia, Public Domain)

Ok, an dieser Stelle muss ich gleich mal wieder zurückrudern. Denn die Headline verspricht mehr als unter normalen Umständen möglich ist. Sollte es zu einem wirklichen Atomkrieg kommen bei dem auf der ganzen Welt die Bomben fallen, sind die Überlebenschancen wirklich extrem gering. Die Größten Chancen hat man in so einem Fall wohl irgendwo abgelegen in den Bergen und einer autonomen Versorgung für mehrere Jahre.
Voraussetzung ist dann aber, dass man jetzt schon in so einer Lage oder zumindest in nächster Nähe davon wohnt.

Einen richtigen Atomkrieg überleben? Höchst unwahrscheinlich. Ich stelle die Frage also um und die neue Überschrift lautet:

Wie eine nukleare Explosion zu überleben?

Run Boy Run..! Ein mathematisches Modell will beweisen, dass es angeblich keine gute Idee ist, sich bei einem Atomangriff in seinem Keller oder seinem Gartenhaus zu verschanzen. Stattdessen gilt laut der Studie: Wenn man innerhalb von 30 Minuten nach der Explosion einen besseren Schutzraum erreichen kann, dann sollte man sich auf den Weg machen, statt sich in seinem Keller zu verstecken.

Ein extrem heller Lichtblitz.. heller als die Sonne, gefolgt von einer Hitze und Druckwelle die über alles vorstellbare hinaus geht. Pflanzen, Tiere und Menschen verbrennen einfach in einem Bruchteil einer Sekunde. Der einzige Grund warum du noch lebst ist die uralte gusseiserne Badewanne deiner Oma, in die du Dich nach dem Lichtblitz sofort hineinwirfst. Benommen stolperst du auf deine halb herausgerissene Haustür zu und dein Blick streift über die brennenden Reste sämtlicher Gebäude.
Du bist Prepper. Und du weißt, das war noch nicht alles. Du siehst den riesigen Atompilz und dir ist klar: Der nukleare Fallout ist bereits auf dem Weg. Die Preisfrage lautet jetzt: Gehst du zurück in dein Haus und ziehst dich für die nächsten Tage und Wochen in deinen Keller zurück oder machst du Dich auf den Weg zum nahgelegenen Bibliotheksgemäuer mit Meterdicken Steinwänden?

Dieser Frage ist der US Atomphysiker Michael Dillon nachgegangen. Er erforscht seit mehreren Jahren die Auswirkungen eines möglichen Atomkriegs. Dabei hat er festgestellt, dass in den Zeiten des Kalten Krieges zwar zig Handlungsempfehlungen für den atomaren Ernstfall erstellt wurden, aber ein Szenario dabei nie beachtet wurde: Es gibt keine Handlungsempfehlung für die Menschen die zwar die Explosion überleben, aber dafür zu 100% vom Fallout erwischt werden.
Er ist dabei zu dem Schluss gekommen, dass in diesem Fall die Empfehlung: „Verschanze dich in deinem Keller“ keinen Sinn macht.
Stattdessen sollen sich die Betroffenen sofort auf den Weg zur nächsten Unterkunft mit möglichst dicken Betonwänden machen.

Die Begründung? Dillon geht davon aus, dass ein Großteil der Bevölkerung gar keinen eigenen Keller hat. Weiter geht er davon aus, dass die Leute die zwar einen Keller haben nicht dafür gerüstet sind mehrere Tage ohne fließend Wasser und Lebensmittelnachschub zu überleben.
Sein Rat also: Lauf so schnell du kannst und finde eine bessere Unterschlupfzone.

Die Studie ist Schwachsinn!

Ich halte diese Studie für absoluten Schwachsinn und frage mich ernsthaft warum dieser Typ Forschungsgelder für so etwas bekommt.

1. Es kann schon sein, dass in Kalifornien nicht viele Menschen einen Keller haben, aber das gilt auf keinen Fall für den Europäischen Raum. Und selbst die Amerikaner ohne Keller, haben in der Regel in nächster Nachbarschaft jemanden mit eigenem Keller oder sogar Shelter.

2. In so einem Ernstfall würde ich es definitiv vermeiden mit anderen fremden Personen zusammenzutreffen (vor allem wenn man selbst einiges an Überlebensausrüstung dabei hat). Ich bin fest davon überzeugt, dass in so einem katastrophalen Zustand die Mitmenschen genauso gefährlich sind wie der Atomare Niederschlag.

3. Es befinden unmittelbar nach der Explosion verstrahlte Partikel in der Luft. Jede Minute im Freien bedeutet stärker getoastet zu werden.

4. Dillon empfiehlt den Leuten ein altes Gemäuer mit den dicken Wänden als Unterschlupf zu wählen. In Sachen Strahlenschutz macht das sogar Sinn, aber was ist mit der Versorgung in so einem Unterschlupf? Ich denke nicht, dass es in den Kellern von Bibliotheken Notvorräte gibt. Und falls man selbst etwas mitgebracht hat, wird man dank der anderen Menschen nicht lange Freude haben.

5. Dillon rät außerdem zu Flucht, weil man ja im eigenen Keller keine Vorräte hat… WTF!!!??? Dieses Problem hat er ja richtig erkannt, aber warum lautet die Empfehlung dann nicht stattdessen: Liebe Menschen, legt Euch einen Notvorrat für mehrere Tage bis Wochen im Keller an!

Ok.. um den Wissenschaftler doch nochmal in Schutz zu nehmen. Seine Empfehlungen basieren auf einem mathematischen Modell, dass davon ausgeht, dass der Atomschlag morgen kommt und der Großteil der Menschheit eben nicht darauf eingestellt ist.
Aber dennoch bin ich der Meinung: Statt Geld in solche Studien zu stecken, sollte die Kohle lieber in Informationskampagnen gesteckt werden um die Masse endlich wachzurütteln. Zwar nicht damit wir alle einen Atomkrieg überleben, aber damit zumindest die Überlebenschance bei anderen großen Katastrophen steigt.

Falls man doch fliehen muss: Der perfekte Fluchtrucksack

    ECHTER PREPPER ODER VÖLLIG UNVORBEREITET???
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