Anleitung: Survival Bogen bauen

Ob aus Spaß an der Sache oder weil die Apokalypse eingetreten ist: Hier kannst Du lernen, wie man auf die Schnelle einen Bogen baut. Hier geht es nicht um einen Langbogen für die Ewigkeit, sondern um einen „Quickie“, der einerseits schnell einsatzbereit ist, andererseits aber auch zuverlässig seinen Job macht. Alles, was Du brauchst, sind ein Messer, Nylon oder eine Sehne und natürlich Pfeile – die man aber auch selbst bauen kann.

Sicherheitshinweise vorweg

Normalerweise muss das Holz für einen Bogen ca. ein Jahr lagern. Bögen, deren Holz erst beim Gebrauch durchtrocknen, brechen schnell – also aufgepasst! In der Bogensport-Szene erkennt man Fans selbstgebauter Bögen häufig daran, dass sie eine Narbe haben, wo Ihnen die Sehne beim Zerbrechen des selbstgebauten Bogens in Gesicht gepeitscht ist. Sicherheit geht vor! Wenn Du auch nur das vage Gefühl hast, das Holz macht nicht mehr lange mit, dann schicke Deinen selbstgebauten Survival-Bogen in Rente. In der Wildnis kann eine mittelgroße Platzwunde im Gesicht schnell zu Infektionen führen, doch auch mit einem Krankenhaus in der Nähe können solche Zwischenfälle übel ins Auge gehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ganz wichtig: Niemals einen Bogen leer, also ohne Pfeil abfeuern. Die Kräfte, die da wirken, haben schon so manchen Bogen zerlegt.

Holzsorten

Gutes Holz für Bögen findest Du an Eiben oder Eschen, aber auch Eiche, Buche oder Ahorn gehen. Der Sprössling oder Ast sollte ohne Knoten, Astgabeln oder Verdrehungen sein, seine Länge ca. 1,5 m betragen und einen einigermaßen homogenen Durchmesser von ca. 4 bis 5 cm haben.

Hör auf das Holz

Nun gilt es, herauszufinden, was die natürliche Biegerichtung des Holzes ist. Hierfür übst Du Druck auf die Oberseite des Holzes aus und schaust, wohin sich der Stock ausbeult. Die Außenseite dieses so entstehenden Bogens solltest Du unangetastet lassen. Hier wirken die stärksten Kräfte, wenn der Bogen gespannt ist. Material entfernen solltest Du nur an den Stellen, die sich kaum biegen. Hier solltest Du „auf das Holz hören“, anstatt nach der Ästhetik zu gehen, wie ein Bogen nach Deiner Vorstellung auszusehen hat. Bereiche, die sich auch ohne Materialentfernung biegen, könnten sich bei weiterer Bearbeitung als Schwachpunkte erweisen. Diese Schnitzarbeit betreibst Du so lange, bis Du den Bogen soweit biegen kann, dass man die Sehne anbringen kann.

Kerben anbringen

Die Kerben für die Sehne darfst Du ebenfalls nicht auf der Außenseite der Biegung anbringen, sondern an den Seiten. Neben dem Handgriff sind es nämlich die Bogenspitzen, wo die Sehnen angebracht sind, auf denen der stärkste Druck lastet.

Homogene Krümmung herstellen

Der Bogen ist gekrümmt, die Sehen gespannt – sehr verlockend, jetzt einmal durchzuziehen. Aber nicht so schnell! An diesem Punkt kann der Bogen noch sehr leicht zerbrechen. Jetzt gilt es, Dir einen Ast zu suchen, an dem Du den Bogen aufhängen kannst. Hierbei legst Du den Handgriff auf den Ast und ziehst die Sehne leicht (wirklich nur leicht!) nach unten. Jetzt siehst Du, ob die Wurfarme (Also die Teile des Holzes, die sich links und rechts des Handgriffs befinden) sich homogen biegen. Wenn nicht, musst Du wieder vorsichtig Material abtragen. So arbeitest Du Dich Stück für Stück vor. Das Ziel ist erreicht, wenn der Bogen mit zwei sich gleich stark biegenden Wurfarmen so weit aufgespannt werden kann, dass die Länge der Distanz von Deiner Handfläche des ausgestreckten Armes bis zum Kinn entspricht.

Zuggewicht ermitteln

Wenn Du das Zuggewicht des Bogens – also seine Stärke – herausfinden willst, hilft eine handelsübliche Badezimmerwaage und ein kleiner Balken. Du stellst den Balken auf die Waage, legst den Handgriff des Bogens darauf und ziehst die Sehne nach unten. Hast Du die gewünschte Auszugweite erreicht, kannst Du das Zuggewicht auf der Waage ablesen.

Und jetzt viel Spaß!

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